Autor: Barbara

Imperia - Blick auf Porto Maurizio von Westen

Ligurien: Imperia, die Doppelstadt an der Blumenriviera

Ein bisschen verwirrend ist das ja schon: Imperia ist eine Provinz in Ligurien, der sichelförmigen Region im Nordwesten Italiens, die sich in etwa von La Spezia bis Ventimiglia entlang der Mittelmeerküste erstreckt. Die Provinz Imperia umfasst den Küstenabschnitt zwischen Cervo und Venimiglia und dazu noch ein tiefes Stück Hinterland, das im Westen an der französischen Grenze endet und im Norden bis Ponte di Nava reicht. Imperia ist aber auch eine Stadt innerhalb der Provinz Imperia. Diese Stadt wiederum gibt es erst seit dem Jahr 1923, als unter Mussolini zwei bis dahin miteinander jahrhundertelang rivalisierende Küstenorte zwangsweise zusammengefasst wurden, nämlich Porto Maurizio und Oneglia. Man hat als Besucher daher gar nicht das Gefühl, in einer Stadt zu Gast zu sein. Sondern man erlebt zwei benachbarte Küstenstädtchen mit jeweils einem eigenem Zentrum, Hafen und Stränden. Getrennt sind sie zudem durch das unscheinbare Flüsschen Impero. Es gibt in Imperia durchaus Touristen, aber nicht in Massen. Verglichen mit anderen Orten kann diese Region von Ligurien als Geheimtipp gelten. In den Läden, Restaurants und Bars wird normalerweise kein Deutsch und …

Wandern auf Rügen - Blick auf die Kreidefelsen zwischen Sassnitz und dem Königsstuhl

Wandern auf Rügen: Von Sassnitz zum Königsstuhl

Der Königsstuhl, ein 118 Meter hoher Kreidefelsen auf der Halbinsel Jasmund, gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten auf Rügen. Man kann ihn mit dem Bus direkt erreichen oder vom nächsten PKW-Parkplatz in Hagen aus etwa 3 Kilometer dorthin spazieren. Noch viel schöner ist es allerdings, von Sassnitz über den Hochuferweg bis zum Königsstuhl zu wandern. Unterwegs warten nämlich atemberaubende Ausblicke auf die Rügener Kreidefelsen und zwei tolle Buchten, zu denen man über Treppen hinabsteigen kann. Wandern auf Rügen ist immer ein Vergnügen, aber das ist definitiv eine der schönsten Wanderungen, die man auf der Ostseeinsel machen kann! Besonders reizvoll ist der Kontrast zwischen dem blaugrünen Meer, den mehr oder weniger weißen Felsen und dem Buchenwald, den man durchwandert. Selbst im Winterhalbjahr, wenn die Bäume kein Laub tragen, ist dieser Wald wunderschön. Ein Teil davon ist als UNESCO Welterbe „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ geschützt. Diese Welterbe-Fläche wiederum ist ein (kleiner) Teil des (ebenfalls nicht großen) Nationalparks Jasmund, der den östlichen Zipfel der Halbinsel umfasst. Das Zentrum des Nationalparks befindet sich direkt …

Veules-les-Roses - Blick auf die Veules mit Rosen

Bezauberndes Dorf und Seebad: Veules-les-Roses

Veules-les-Roses liegt an der Alabasterküste westlich von Dieppe und gehört zu den sechs normannischen Dörfern, die sich ganz offiziell zu den schönsten Dörfern Frankreichs (les plus beaux villages de France) zählen dürfen. Tatsächlich ist das 500-Einwohner-Örtchen ausgesprochen hübsch und einen Besuch wert. Eine Kuriosität, die es schon früh bekannt machte, ist das Flüsschen, das am südlichen Ortsrand entspringt. Mit ihren rund 1,1 km Länge ist die Veules nämlich der kürzeste Fluss Frankreichs. Hier seht ihr die gefasste Quelle der Veules: Eigentlich wirkt sie eher wie ein Bach. Aber ein sehr fleißiger, denn die Veules treibt schon seit Jahrhunderten mehrere Mühlen an. Kurz nach der Quelle bewässert sie zudem die Kressefelder, die neben der Fischerei früher eine wichtige Einnahmequelle für die Dörfler waren. Der Kresseanbau geht dort bis ins 14. Jahrhundert zurück und muss eine recht mühsame Arbeit gewesen sein – das Wasser der Veules ist etwa 10°C kalt. Ganz schön frisch zum darin Herumsteigen … Noch heute wächst die Echte Brunnenkresse (frz. cresson) hinter diesem reetgedeckten Pavillon: Ein Rundgang durch Veules-les-Roses Veules-les-Roses wurde bereits im …

Menton - die exotische Schöne an der Côte d Azur

Menton, die farbenprächtige Schöne an der Côte d’Azur

Wo Menton endet, beginnt Italien. Man kann nach Osten hin vom Strand aus die Grenze sehen. Und umgekehrt ist der italienisch-ligurische Einfluss in den farbigen Häusern der Altstadt zu sehen. Von 1346 bis 1848 gehörte Menton zum Fürstentum Monaco, erst 1861 wurde es nach einer Volksabstimmung französisch. Aufgrund seiner geschützten Lage am Fuße der Berge herrscht im Küstenstädtchen ein besonders mildes Mikroklima, das seinen exotischen Reiz noch verstärkt. Selbst an trüben Wintertagen ist es hier wärmer als anderswo in der Region und man kann fast immer draußen sitzen. Das Klima ist auch der Grund dafür, warum die Menton-Zitronen so gut gedeihen. Dabei handelt es sich um eine besonders säurearme und wohlschmeckende Zitronenart. Die Südfrüchte werden seit Jahrhunderten in der Region angebaut und heute noch mit traditionellen Methoden kultiviert und von Hand geerntet. Inzwischen ist die Herkunftsbezeichnung „Menton-Zitrone“ sogar mit dem IPG-Kennzeichen geschützt, worauf man vor Ort sehr stolz ist. Die Zitronen werden auch als das „Gold von Menton“ (Or de Menton) bezeichnet. Ein Besuch in Menton lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Im Sommer kommen viele …

Blick über die Bucht von Étretat

Étretat: Das berühmte normannische Seebad und seine Sehenswürdigkeiten

Heute ist Étretat einer der berühmtesten Orte Frankreichs, aber bis Mitte des 19. Jahrhunderts war es nur ein einfaches Fischerdorf an einer Bucht, die einen natürlichen Hafen bildet. Als Seebad wurde es erst relativ spät entdeckt, aber der Tourismus gewann enorm an Schwung, als 1890 eine Bahnlinie gebaut wurde. Daher gibt es heute noch etliche hübsche Villen aus der Belle-Époque, die das Ortsbild prägen. Natürlich gibt es auch viele Souvenir- und Spezialitätenläden, Cafés und Restaurants. Ich habe allerdings keine Lokalempfehlung für euch, da ich trotz mehrerer Besuche dort nur einmal in Étretat gegessen habe, und das war in der Qualität mäßig, dafür hoch im Preis. Die Hauptsehenswürdigkeit ist der Strand mit seiner Promenade zwischen den berühmten Klippen und Felsbögen. Im Osten der Bucht von Étretat liegt die Falaise d’Amont mit einem kleinen Felsentor. Eine Treppe, die in einen steilen, steinigen Weg übergeht, führt hinauf auf die Klippe und zur neugotischen Kapelle Notre-Dame-de-la-Garde. Für alle, denen der Aufstieg zu beschwerlich ist, fährt eine kleine Bahn (petit train touristique) vom Rathaus hinauf, in der Hochsaison im Halbstundentakt. …

Blick von Èze auf das Cap Ferrat an der französischen Riviera

Èze – alpine Meerwanderung über den Nietzsche-Weg

Von Èze-Bord-de-Mer (auch: Èze-sur-Mer) führt der steile und steinige Nietzsche-Weg hinauf zum mittelalterlichen Bergdorf Èze Village und dem reizenden Jardin Exotique. Das ist eine kurze, aber knackige Wanderung mit alpinem Charakter und einem traumhaften Panoramablick auf die Bucht von Èze und das Cap Ferrat. Eine tolle Berge-Meer-Kombination und besonders empfehlenswert in den nicht so heißen Monaten. Hier könnt ihr den GPX-Track zur Tour einsehen und herunterladen: Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.komoot.de zu laden. Inhalt laden Startpunkt dieser Meerwanderung ist der Bahnhof von Èze. Falls ihr mit dem Auto anreist: Vor dem Bahnhof und entlang der Küstenstraße (Avenue de la Liberté) gibt es einige Parkplätze. Über den Nietzsche-Weg nach Èze Village Ein Stückchen östlich des Bahnhofs, am Ortsausgang von Èze, beginnt der Nietzsche-Weg täuschend harmlos und asphaltiert. Das Hinweisschild verrät aber schon, dass es mit diesem Weg mehr auf sich hat: Eine (gute) Stunde für gerade mal 2 Kilometer? Das ist angesichts der zu überwindenden 380 Meter Höhenunterschied durchaus realistisch und ja, von Flipflops ist wirklich dringend abzuraten! Nach einem …

Blick auf den Hafen von Saint Jean Cap-Ferrat

Auf dem Küstenwanderweg ums Cap Ferrat

Das Cap Ferrat, die berühmte Halbinsel der Reichen und Schönen, liegt östlich von Nizza an der Côte d’Azur. Die eleganten bis protzigen Anwesen liegen meist hinter Mauern und Hecken versteckt, aber der Küstenwanderweg um das Cap Ferrat steht auch Normalsterblichen offen. Und er lohnt sich unbedingt: Die Wegführung ist reizvoll, die Aussicht oft spektakulär. Mit Parkplätzen sieht es auf dem Cap Ferrat schlecht aus, aber das macht nichts: Man kann ganz bequem und preisgünstig mit dem Zug nach Beaulieu-sur-Mer fahren und direkt am Bahnhof loswandern. Bis zum Bahnhof in Villefranche-sur-Mer sind es etwa 13 Kilometer, die ganz entspannt und mit mehreren Möglichkeiten für Pausen zu erwandern sind. Das geht natürlich auch in umgekehrter Richtung. Villefranche-sur-Mer, die reizende Nachbarin von Nizza habe ich übrigens bereits in einem eigenen Beitrag vorgestellt. Hier seht ihr den genauen Wegverlauf der Wanderung ums Cap Ferrat und könnt die GPS-Daten herunterladen, wenn ihr das möchtet: Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.komoot.de zu laden. Inhalt laden Von Beaulieu-sur-Mer ums Cap Ferrat nach Villefranche-sur-Mer Hinter dem Bahnhof gibt …

Ostseebad Binz auf Rügen - von der Seebrücke aus gesehen

Ostseebad Binz auf Rügen – Sehenswürdigkeiten und Ausflüge

Das Ostseebad Binz ist das größte und aus meiner Sicht schönste Seebad auf Rügen. Es liegt am über zehn Kilometer langen Sandstrand der Binzer Bucht, bezaubert durch seine charmanten Villen im heiteren Bäderarchitektur-Stilmix und bietet eine gute Infrastruktur. Nicht zuletzt ist es vom Festland aus gut mit der Bahn zu erreichen und eignet sich perfekt als Ausgangspunkt, um den östlichen Teil der Insel Rügen zu erkunden. Hier stelle ich euch Binz samt seinen Sehenswürdigkeiten und zu Fuß erreichbaren Ausflugszielen genauer vor. Das Ostseebad Binz und seine Sehenswürdigkeiten Einst als unbedeutendes Bauern- und Fischerdorf am Schmachter See gelegen, hat Binz inzwischen eine fast 200-jährige Tradition als Seebad. Auf die rund 5.500 Einwohner (Hauptwohnsitz) kommen heute mehr als doppelt so viele Gästebetten. Viele davon stehen in reizenden Villen, die um das Jahr 1900 herum errichtet wurden und dem Ostseebad Binz seinen heiter-verspielten Charakter verleihen. Im Orts stehen damit viele architektonische Sehenswürdigkeiten. Schon damals liebte man den Blick aufs und den Spaziergang am Meer, weswegen sich die Villen entlang der Promenade wie (überwiegend) weiße Perlen an einer Kette …

Villefranche-sur-Mer - Blick auf die Altstadt und die Bucht

Villefranche-sur-Mer – die reizende Nachbarin von Nizza

Zwischen Villefranche-sur-Mer und Nizza liegt geographisch nur eine kleine Landnase, aber wer beide Orte kennt, hat eher das Gefühl, es lägen Welten dazwischen. Nizza ist groß, bunt, laut und teilweise sehr mondän. Villefranche wirkt dagegen fast dörflich und ruhig. Das 5.000-Einwohner-Örtchen prunkt nicht mit stolzer Architektur, wärmt aber das Auge mit freundlichen Farben. Die Strandpromenade ist geradezu winzig im Vergleich zur berühmten Promenade des Anglais, aber dafür hat die kleine Nachbarin etwas, was die Große nicht bieten kann: einen Sandstrand! Von Nizza nach Villefranche kommt ihr bequem und preisgünstig in 10 Minuten mit dem Zug (er fährt im Halbstundentakt), alternativ mit dem Bus Nr. 15 (Abfahrt von der Haltestelle Lycée Massena). Oder, etwas sportlicher, zu Fuß über den Sentier du Littoral. Wir haben es übrigens umgekehrt gemacht und Villefranche als Ausgangspunkt genommen, um Nizza und die anderen Nachbarorte an der Côte d’Azur zu erkunden. Ich habe das Örtchen dabei recht liebgewonnen und möchte euch deswegen hier mehr davon zeigen. Villefranche-sur-Mer und seine Sehenswürdigkeiten Na gut, verglichen mit Nizza hat die kleine Nachbarin eigentlich keine großartigen …

Karneval in Nizza - der Roi du Carnaval 2023

Nizza im Februar – Karneval, Strand und Sehenswürdigkeiten

Nizza im Februar? Das klingt zunächst vielleicht merkwürdig. Ist es aber nicht. Im Gegenteil: Nach der Entdeckung der französischen Riviera als Tourismusziel im 19. Jahrhundert, wurde sie traditionell im Winter besucht, nämlich von Januar bis März. Kein Wunder: Die Temperaturen sind mild und die Sonne scheint häufiger als in nördlicheren Gefilden. Man kann am Strand sitzen und die Sonne genießen und es ist nicht zu heiß, um die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Für den Februar als Reisemonat spricht zudem der Carnaval de Nice, der mit großen Umzügen und „Blumenschlachten“ gefeiert wird. Spektakulär: der Karneval in Nizza Zwei Wochen lang herrscht im Februar Ausnahmezustand in der Stadt an der Engelsbucht. Für den Karneval werden die Place Masséna und einiges Gelände drumherum abgesperrt und es werden große Tribünen für die Zuschauer errichtet. Auf dem Gelände finden fast täglich Veranstaltungen statt, nämlich Umzüge bei Tag und am Abend sowie die beliebten „Blumenschlachten“ (Batailles de fleurs). Bei diesen fahren mit Blumen geschmückte Wagen durch die Straßen, von denen aus Blumen in die Menge geworfen werden. Die Besucher …