Autor: Barbara

Îles Chausey - Boote vor der Grande Île

Die Îles Chausey – aparte französische Inseln im Ärmelkanal

Die Îles Chausey sind eine Inselgruppe, die etwa 17 Kilometer westlich von Granville vor der normannischen Küste im Ärmelkanal liegt. Merkwürdigerweise sind sie nicht sehr bekannt, die britischen Kanalinseln sind viel stärker im touristischen Fokus. Dabei sind die Îles Chausey in mehr als einer Hinsicht außergewöhnlich: Zum Beispiel wegen der schieren Anzahl an Inseln und Inselchen, die zu diesem etwa 46 Quadratkilometer großen Archipel gehören. 365 sind es bei Ebbe, immerhin noch 52 bei Flut, heißt es. Vielleicht sind es in Wirklichkeit auch nur 360 und 50, so genau habe ich sie bei meinen Besuchen nicht gezählt. Außerdem wegen der bizarren Granitformationen und feinen Sandstrände, die ihr Antlitz prägen. Nicht zu vergessen den Artenreichtum an Land und im Wasser. Um die Inseln tummeln sich Hummer, Keggelrobben und Delfine sowie zahlreiche Seevögel. Daher ist die Inselgruppe auch Teil des EU-weiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Ungewöhnlich sind auch die Eigentumsverhältnisse auf den Îles Chausey: Sie liegen auf dem Gemeindegebiet von Granville im Département Manche. Der Stadt gehört aber nur etwa ein Hektar auf der größten und einzigen bewohnten …

Die Maunsell-Forts - Redsand Towers in der Themsemündung

Faszinierend: die Maunsell Forts in der Themsemündung

Die Maunsell Forts sind Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg und stehen an der britischen Ostküste vor der Themsemündung. Sie sind ein faszinierendes, aber auch ein bisschen gruseliges Ausflugsziel für eine Bootstour. Ich habe dorthin eine Halbtagesfahrt mit dem Anbieter Jetstreamtours von Southend-on-Sea aus gemacht (keine Werbung, auch bei Namensnennung, denn selbstverständlich habe ich die Tour selbst bezahlt und erhalte keinerlei Vergütung von Jetstreamtours, die derzeit der einzige Anbieter von Southend aus sind). Was sind die Maunsell Forts? Es handelt sich um Stahltürme, die auf jeweils vier Beinen mittig vor der Themsemündung im Ärmelkanal stehen. Benannt sind sie nach ihrem „Schöpfer“, dem Bauingenieur Guy Maunsell. Oft werden sie auch Redsand Towers genannt, nach der Sandbank, auf der sie stehen. Sie wurden 1942 als Teil der Verteidigungsanlagen gegen deutsche U-Boot- und Luftangriffe erbaut und in den 50er-Jahren aufgegeben. In den 60er-Jahren wurden die ehemaligen Seefestungen von Piratensendern als Studios genutzt, dann aber endgültig verlassen. Entsprechend verwahrlost und verrostet sind sie inzwischen … Ursprünglich gab es noch mehr solcher Sea Forts, und zwar in unterschiedlichen Typen. Guy Maunsell …

Honfleur – Sehenswürdigkeiten und Tipps

Honfleur liegt am Südufer der Seine-Mündung in der Normandie im Département Calvados. Hier beginnt die Côte Fleurie, die Blumenküste, die sich westwärts bis zur Mündung der Orne erstreckt. Die am meisten fotografierte Sehenswürdigkeit in Honfleur ist sicher der alte Hafen (le Vieux Bassin) mit seiner Einrahmung aus schmalen Fischerhäusern, die heute Restaurants, Cafés und Galerien beherbergen. Er ist einfach unglaublich malerisch, und das praktisch zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter. Gleich neben dem Vieux Bassin befindet sich ein Überbleibsel der alten Stadtbefestigung: die sogenannte Lieutenance, die frühere Porte de Caen. Es gibt noch drei weitere Hafenbecken, von denen auch das vorderste (La Morelle, der Nachtschatten) recht fotogen ist. Honfleur hat heute aber definitiv nicht mehr den Charakter eines Fischerdorfes, wie es auf den französischen Tourismusseiten mitunter heißt. Es wirkt eher wie ein ungewöhnlich gut mit Läden und Gastronomie bestücktes und recht wohlhabendes Städtchen. In den malerischen Gassen mit den vielen kleinen Läden macht Bummeln richtig Spaß. Sehr hübsch ist auch ein Spaziergang an der Seine-Promenade entlang … … bis zum Strand von Honfleur. Dass …

Étretat - Bucht, Klippe und die hohe Nadel

Herrliche Küstenwanderung von Yport nach Étretat auf dem GR21

Étretat mit seiner leuchtend-weißen Steilküste, dem fotogenen Felsentor und der geheimnisumwitterten Felsnadel ist ein touristisches Lieblingsziel in der Normandie. Deswegen ist es meist auch recht gut besucht. Wer Ruhe und puren Naturgenuss sucht, wird bei einem Besuch im quirligen Ort eher nicht fündig. Beides gibt es aber im Überfluss, wenn man sich Étretat erwandert, und zwar über den Küstenwanderweg GR21. So verläuft die Wanderung nach Étretat Ich stelle hier einen faszinierend schönen Abschnitt auf dem GR21 vor, der von Yport nach Étretat führt. Die Strecke ist etwa 11 Kilometer lang, ihr solltet dafür etwa drei Stunden Gehzeit einplanen. Zeit für Picknick- und Fotopausen kommt natürlich noch dazu. Und die Fotopausen lohnen sich! Den Track zur Tour könnt ihr sehen, wenn ihr auf diesen Link klickt: Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.komoot.de zu laden. Inhalt laden Organisatorische Tipps für die Tour Los geht’s im kleinen Seebad Yport Vom Marktplatz (dort gibt es auch eine öffentliche Toilette) sind es zu Fuß nur 5 Minuten bis zum Strand von Yport. Der liegt auf …

Southend-Pier - der längste Vergnügungspier der Welt

Southend-on-Sea und der längste Vergnügungspier der Welt

Southend-on-Sea wurde erst im März 2022 zur Stadt erhoben. Als Seebad hat der Ort an der Nordseite der Themsemündung aber eine wesentlich längere Geschichte. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckten die betuchteren Londoner die Freuden des Strandlebens dort. Da die Gezeiten an der Themsemündung sehr ausgeprägt und der Strandverlauf sehr flach ist, konnten Besucher aber nur schlecht mit dem Boot anreisen. Deswegen wurde bereits im Jahr 1830 eine hölzerne Landungsbrücke errichtet, an der man immerhin bei Flut anlegen konnte. Diese wurde später verlängert und 1889/90 durch eine gußeiserne Konstruktion ersetzt. Zu diesem Zeitpunkt war Southend-on-Sea auch per Eisenbahn zu erreichen und ein sehr beliebtes Seebad. Auf dem Pier fuhr eine elektrische Bahn, die Reisende von Vergnügungsdampfern nach Southend und zurück beförderte – die erste Piereisenbahn der Welt. Sie fährt heute noch. Und zwar auf dem nach wie vor längsten Vergnügungspier der Welt. 1,33 Meilen ist er lang, das sind etwa 2,15 Kilometer. Darauf ist man hier sehr stolz. Ein Besuch auf dem Southend-Pier Wie alle Vergnügungspiers in England kostet auch der in Southend-on-Sea Eintritt. Der …

La Cahute - eine der schönsten Strandbars in der Normandie

Für Genießer: Die schönsten Strandbars der Normandie

Strandbars sind für mich richtige Glücksorte. Ob nach einer langen Meerwanderung oder an einem eher faulen Urlaubstag, was könnte es Schöneres geben, als auf einen Café, eine Planche oder einen Sundowner einzukehren und sich in die Betrachtung des Meeres zu versenken? An der normannischen Côte d’Albâtre gibt es aus praktischen Gründen so gut wie keine Strandbars. Auf den hohen Klippen oder in den engen Valleuses hätte das ja auch wenig Sinn. Aber ab Le Havre und der Côte Fleurie geht es los. Hier stelle ich euch meine liebsten Strandbars in der Normandie in geografischer Abfolge (von Ost nach West) vor. Die Versteckte: Le Bout du Monde, Sainte Adresse Hinter dem Kieselstrand von Le Havre erstreckt sich eine Promenade, an der sich Strandbars wie Muscheln an einer Kette aufreihen. Hier kann man etwas trinken, eine Kleinigkeit essen und den Leuten beim Flanieren und Sonnenbaden zusehen. Das macht durchaus Spaß, ist aber wenig beschaulich. Für ein stilleres, intensiveres Strandbarglück lohnt es sich, weiter zu wandern. Über die Promenade ostwärts und dann rund um das Cap, das ihr …

Am Strand von Jurmala am Rigaischen Meerbusen in Lettland

Jurmala, der „Strand von Riga“ – Lettlands bezauberndes Seebad

Jurmala kann auf eine lange Tradition als Seebad zurückblicken: Bereits 1838 (zu dieser Zeit gehörte Lettland zu Russland) genehmigte Zar Nikolaus I. den Bau der ersten Badeanstalt am Rigaischen Meerbusen, und zwar in Kemeri (deutsch: Kemmern). In der Folge entstand ein Villenort am anderen entlang des langen, flachen Sandstrandes. Betuchte Baltendeutsche und russische Adelige errichteten dort schicke Holzhäuser und Jugenstilvillen. Über ein Dutzend dieser Strandorte wurde 1920 (damals wurde Lettland erstmals eine selbstständige Republik) zur Stadt Rigas Jurmalas zusammengefasst. Übersetzt bedeutet das „Strand von Riga“. Aus dieser Zeit stammt das frühere öffentliche Schwimmbad am Strand von Jurmala. Während der Sowjetzeit wurde es als Kurklinik genutzt. Leider steht dieses prachtvolle Gebäude heute leer. Während der Sowjetzeit wurde Jurmala zum Urlaubsziel für verdiente Genossen, damals setzte ein richtiger Massentourismus ein. Nachdem Lettland 1991 wieder zur souveränen Republik geworden war, wurden in Jurmala auch moderne Hotels gebaut, in denen Balten, Westeuropäer und Russen (Letztere bis zum Überfall auf die Ukraine) gerne Urlaub machen. Die touristische Infrastruktur ist sehr gut: Es gibt viele Restaurants und Cafés, Geschäfte und Spielplätze, …

Am Kap Kolka - wo die Ostsee in die Rigaer Bucht übergeht

Lettland: Genialer Roadtrip von Riga zum Kap Kolka

Lettland verfügt über etwa 500 Kilometer Küste an der Ostsee, etwa 115 davon haben wir bei unserem Roadrip von Riga zum Kap Kolka buchstäblich erfahren, und zwar auf den Straßen P128 und P131. Von der Straße aus hat man überwiegend keinen Meerblick, da zu beiden Seiten üppige Birken- und Kiefernwälder wachsen. Aber wer sich auskennt, weiß, wo die kleinen Parkplätze und Durchgänge zum Meer liegen, an denen es sich lohnt, auszusteigen und auf Erkundung zu gehen. 7 Stationen auf dem Weg von Riga zum Kap Kolka Mit unserem kundigen Fahrer und Führer Rihards haben wir auf dem Weg zum Kap sieben höchst sehenswerte Orte besucht, die ich euch hier gerne vorstelle: 1. Stippvisite im Heilbad Kemeri Westlich des bekannten (und sehr schönen) Badeorts Jurmala liegt das Heilbad Kemeri. Es war bereits im 19. Jahrhundert weithin für seine Schwefelquellen und seinen jodhaltigen Heilschlamm bekannt und zog Kurgäste aus halb Europa an. An diese Tradition knüpft man noch heute in Lettland an. In den umliegenden Wäldern liegen mehrere Kur- und Rehakliniken. Nahe des früheren Grandhotels wurde ein …

Glücksorte in der Normandie - Phare de Gatteville

Neu erschienen: Glücksorte in der Normandie

Seit ich 1988 zum ersten Mal ein Wochenende in der Region verbracht habe, weiß ich, dass es für mich Glücksorte in der Normandie gibt. Seitdem habe ich die Normandie immer wieder bereist und immer mehr Orte gefunden und erkundet, die zu besuchen einfach glücklich macht. Geschichsträchtige Orte wie den Mont-Saint-Michel, die Cabane Vauban bei Carolles, den Hafen von Barfleur oder das Château Guillaume le Conquérant in Falaise. Herrliche Strände wie die Plage de la Potinière am Cap de Carteret oder Le Vasterival bei Varengeville. Spannende Geotope wie die Wasserfälle bei Mortain-Bocage oder die Teufelsschlucht in der normannischen Schweiz. Zauberhafte Gärten wie den romantischen Park des Château de Chantore. Nicht zu vergessen die Genussorte, von der entspannten Strandbar über die kreative Crêperie bis zum Poiré-Museum, in dem man natürlich auch prickelnden Birnenschaumwein kaufen kann. Von der Glücksortesammlung zum Buch Glücksorte in der Normandie 40 solcher Glücksorte habe ich für das Buch Glücksorte in der Normandie im Auftrag des Droste-Verlags zusammengetragen. Weitere 40 hat meine Freundin und Kollegin Hilke Maunder beigesteuert. Sie bereist ebenfalls seit Jahrzehnten die …

Wanderung durch die Bucht zum Mont-Saint-Michel

Wanderung durch die Bucht zum Mont-Saint-Michel

Der Mont-Saint-Michel, der als kegelförmige Felsinsel im Watt an der Grenze zwischen Normandie und Bretagne liegt, gehört zu den meist besuchten Sehenswürdigkeiten Frankreichs. Über 3 Millionen Besucher pilgern jährlich dorthin. Die allermeisten kommen mit dem Auto, parken an den riesigen Parkplätzen auf der Ostseite des Flüsschens Couesnon und fahren mit dem Pendelbus bis zur elegant geschwungenen Brücke, über die man zu den Toren des Heiligen Berges gelangt. Wenn man den Mont-Saint-Michel zum ersten Mal besucht und Berg, Kloster und Kirche ausgiebig besichtigen möchte, ist das die praktischste Variante, dorthin zu gelangen. Man kann sich aber auch wesentlich gemächlicher und dennoch erlebnisreicher auf den Weg zum Klosterberg machen: zu Fuß durch die Bucht des Mont-Saint-Michel, wie es die Pilger über Jahrhunderte hinweg getan haben. Früher war das gefährlicher, weil der „Berg“ (bis zur Figur des Erzengels Michael ist er gerade einmal 156 Meter hoch) öfter zur Insel wurde und Wanderer zusehen mussten, dass sie rechtzeitig vor der Flut an Land kamen. Heute, da die Bucht des Mont-Saint-Michel nach und nach verlandet, passiert das nur alle paar …