Ghana
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Ghana – ein Aufenthalt im Mole National Park

Elefant im Mole National Park in Ghana

Der Mole National Park wurde bereits 1971 gegründet und ist der älteste und der größte Nationalpark Ghanas. Er liegt in der Northern Region unweit der Grenze nach Burkina Faso und damit schon nahe an der Sahelzone. Um es vorwegzunehmen: Er war eines der Highlights auf unserer Ghana-Reise und ist unbedingt einen ausgiebigen Besuch wert!

Anreise zum Mole National Park

Man kann von Accra aus mit dem Überlandbus aus dorthin gelangen, muss dafür aber eine Fahrtzeit von ca. zwölf Stunden bis Tamale plus weitere drei Stunden für die Fahrt zum Nationalpark einkalkulieren. Da wir nicht so viel Zeit hatten und auch nicht unbedingt eine so lange Busfahrt machen wollten, sind wir von Accra aus mit der Airline Africa World nach Tamale geflogen. Der Yakubu Tali International Airport Tamale liegt außerhalb der Stadt und ist ziemlich neu, aber eher wenig international.

Yakubu Tali International Airport Tamale

Am Flughafen wurden wir von einem Fahrer erwartet, der uns zum Mole Motel brachte, dem einzigen Hotel im Mole National Park. (Außerdem gibt es dort noch eine exlusive Lodge, aber das war es dann auch mit Übernachtungsmöglichkeiten.) Falls ihr auch so anreisen wollt: Für den Fahrer hatten wir vorab beim Hotel angefragt. Die Fahrt ist an sich mit 170 km nicht so lang und die Straßen sind nicht schlecht, aber man sollte etwa drei Stunden Fahrzeit einplanen.

Das klingt lang, ist aber recht kurzweilig, denn vom Autofenster aus kann man so viel beobachten und vom Leben in Ghana mitnehmen. Ich habe ganz viel aus dem Autofenster fotografiert, weil ich das so spannend fand.

Eindrücke aus der Northern Region

Die Northern Region gehört zu den ärmeren Regionen in Ghana. Daher sind die Menschen dort eher mit dem Motorrad als mit dem Auto unterwegs. Die Zweiräder dienen auch zum Lastentransport. Keinen Unterschied gibt es beim Müll: Der liegt im Norden genauso entlang der Straßen wie im Süden.

schwer beladenes Motorrad auf der Sawla-Damongo-Road im nördlichen Ghana

Was man auch überall sieht, sind Ziegen. Die springen den ganzen Tag draußen herum, bis sie irgendwann auf dem Grill bzw. im Topf landen.

Auf dem Weg von Tamale zum Mole National Park
Straßenszene in Ghana - Nothern Region

Im Süden sind die meisten Ghanaer Christen, im Norden leben überwiegend Muslime. Daher sieht man dort neben den traditionellen Rundhütten (die gibt es im Süden nicht) oft leuchtend farbig gestrichene Moscheen.

Dorf mit Moschee in der Northern Region in Ghana

Zwischenstopp in Larabanga

Kurz bevor man den Mole National Park erreicht, fährt man durch das Dorf Larabanga. Es ist ein eher ärmlicher Ort, in dem man kaum einen Stopp einlegen würde, stünde hier nicht eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Ghanas, auf die dieser etwas pompöse Torbogen an der Hauptstraße hinweist:

Portal zur Larabanga-Moschee in Ghana

Die Moschee von Larabanga ist die älteste in Ghana und eine der ältesten in ganz Westafrika. Vermutlich geht sie auf die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts zurück. Der Gründungslegende nach hatte ein reisender Händler namens Ayuba einen Traum, in dem er den Auftrag bekam, neben einem besonderen weißen Stein eine Moschee zu errichten, was er auch tat.

Larabanga-Moschee

Der weiß verputzte Lehmbau im sudanisch-sahelischen Stil sticht aus der ärmlichen Umgebung geradezu heraus. Das tut er aber erst seit seiner letzten, aufwendigen Renovierung um das Jahr 2000, die durch den World Monuments Fund WMF finanziert wurde. Zuvor war er wohl in sehr schlechtem Zustand, weil das Geld für den Unterhalt und die Instandsetzung fehlte.

Nicht-Muslime dürfen die Moschee nicht betreten, aber man kann sie gegen ein kleines Entgelt von außen ansehen. Das sollte man schon deswegen tun, weil es eine der wenigen Einnahmequellen der Dorfbewohner ist und sich nicht allzu viele Touristen in Larabanga einfinden. Wer sonst noch etwas Geld dalassen möchte, kann Shea-Butter kaufen, die von den Frauen im Dorf von Hand hergestellt wird.

Von Larabanga aus sind es nur noch ein paar Kilometer bis zum Mole National Park.

Auf Safari im Mole National Park

Im Park gibt es ein Besucherzentrum, von dem aus man dreimal täglich Safaris mit dem Landcruiser machen kann, nämlich morgens, nachmittags und abends.

Ghana - Mole National Park
Landcruiser im Mole National Park

Die Safaris finden immer mit einem Fahrer und einem Nationalpark Ranger als Guide statt, so dass man zum einen völlig sicher unterwegs ist und zum anderen dank der kundigen Begleitung garantiert Tiere sieht.

Wir waren zwei Nächte im Mole Motel und haben drei Safaris mitgemacht; die erste am Abend nach unserer Ankunft. Die ersten Tiere haben wir aber schon vor unserem Aufbruch zur Nachtsafari gesehen: Diese Antilopen (wenn ich sie richtig identifiziert habe, handelt es sich um Kongo-Schirrantilopen) grasten direkt vor dem Motel.

männliche Kongo-Schirrantilope im Mole National Park
Antilope im Mole National Park

Die Abendstimmung fand ich sehr schön; hier der Blick vom Motel aus:

Abendstimmung im Mole National Park in Ghana

Los ging es dann nach Sonnenuntergang. Diese Elefanten trafen wir bereits in den ersten zehn Minuten.

Nächtliche Begegnung mit Elefanten

Mit seinem Handscheinwerfer machte der Ranger auch Antilopen, Affen und diese Buschschweine sichtbar:

Buschschweine im Scheinwerferlicht einer Nachtsafari

Da der Mond in dieser Nacht sehr hell war, haben wir aber nicht sehr viele Tiere gesehen, weil die sich dann lieber unter Bäumen verbergen. Trotzdem war die Nachtsafari ein tolles Erlebnis, weil die Atmosphäre so faszinierend war.

Nachts im afrikanischen Busch

Die Morgenstimmung im Park hat ebenfalls ihren Reiz.

Morgens im Mole Nationalpark in Ghana

Bei der Morgensafari haben wir auch gleich einen Elefanten getroffen, und zwar nahe des Dorfs, in dem die Ranger leben:

Elefant im Mole National Park in Ghana

Und noch mehr Elefanten.

Elefanten in der Northern Region in Ghana

Übrigens sind Elefanten trotz ihrer Größe oft gar nicht leicht zu entdecken, denn sie sind im Busch gut getarnt.

gut getarnter Elefant im afrikanischen  Busch

Das gilt auch für die anderen tierischen Bewohner im Mole National Park. Aber unser Begleiter, der Ranger John, hat einen unglaublich scharfen Blick; ihm entging auch im Vorbeifahren (und das holpert ganz schön!) kein Tier.

Mit dem Nationalpark-Ranger auf Safari

Oft war ich mit der Kamera nicht schnell genug, aber ein paar Schnappschüsse sind mir doch gelungen.

Antilope im Mole National Park in Ghana
Antilopen beim Grasen
Pavian auf einem Baum

Auf dem nächsten Bild seht ihr übrigens ein Krokodil in einem Teich. Okay, zugegeben, man sieht eigentlich nur seine Nase, und die auch nur, wenn man genau hinsieht bzw. von John darauf hingewiesen wird.

ein Krokodil in einem Teich

Ganz in der Nähe warten die Geier …

Geier auf einem Baum

Den Teich nutzen die Elefanten als Badewanne. Sie brauchen die Krokodile ja nicht zu fürchten.

Elefanten beim Baden in einem Teich

Ach, und überhaupt: Es ist soooo faszinierend, Elefanten in freier Wildbahn zu beobachten:

eine Gruppe von Elefanten in freier Wildbahn

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Übernachten im Nationalpark und praktische Tipps

Wir hatten vorab im Mole Motel gebucht, was empfehlenswert ist, weil es nicht sehr viele Zimmer hat. Die Zimmer im Mole Motel sind einfach, aber ausreichend ausgestattet.

Zimmer im Mole Motel von außen
Zimmer im Mole Motel in Ghana

Sie haben eine Klimaanlage, die man aber nachts nicht braucht, weil es da ordentlich abkühlt. Bei der Morgensafari war ich tatsächlich froh, eine Jacke dabei zu haben, was sonst in Ghana wirklich nicht notwendig ist. Tagsüber wird es in der Northern Region deutlich heißer als im Süden des Landes, aber da die Luft extrem trocken ist (die Sahara lässt grüßen), fand ich das deutlich angenehmer als die schwüle Hitze in Accra oder Cape Coast. Dafür braucht man im Mole National Park Sonnencreme und eventuell einen Sonnenhut.

Wichtig ist, dass man die Türen zu den Zimmern gut schließt, weil sonst die Affen hereinkommen, die ziemlich aggressiv werden können, wenn sie nach Futter suchen. Aus demselben Grund sollte man draußen keine Essensreste oder -verpackungen herumliegen lassen.

Pavian vor dem Mole Motel

Das Essen im Motel bietet keine große Auswahl, es gibt eigentlich immer Omelette auf Toast. Wer länger bleibt, sollte sich vielleicht ein paar Snacks und auch Obst mitbringen. Ein nettes Extra ist der kleine Pool, in dem man sich zwischen den Safaris erfrischen kann.

Swimming Pool im Mole Motel

Am besten fand ich die Aussichtsterrasse neben dem Baum, den ihr oben seht: Von dort hat man nämlich den perfekten Blick auf den Elefantenbadeteich. Wer ein Teleobjektiv mitgeschleppt hat, kann von dort sensationelle Elefantenfotos machen.

Aussichtsterrasse am Mole Motel in Ghana

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